Meinung : Rechnen können viele

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Der Chef tritt ab, die Sanierung geht weiter. Der Vorstandsvorsitzende von KarstadtQuelle, Christoph Achenbach, ist zurückgetreten. Endlich, sagen die einen. Weil jetzt Ruhe in den Konzern kommt, nachdem monatelang öffentlich über einen Abgang Achenbachs debattiert wurde. Schade, sagen die anderen. Weil Achenbach ein mutiges – und dringend nötiges – Sanierungskonzept auf den Weg gebracht und dabei auf Tradition und Befindlichkeiten keine Rücksicht genommen hat. Nur den Mitarbeitern scheint der Rücktritt ihres Chefs egal zu sein. Achenbach war nun mal keiner, der Aufbruchstimmung verbreitet hat. Aber Finanzchef Harald Pinger, der vorläufig Achenbachs Aufgaben übernimmt, hat diese Gabe auch nicht. Er ist einer, der nüchtern rechnet. Ob nun Pinger oder ein neuer Konzernchef – von ihnen wird erwartet, dass sie die Sanierung schneller vorantreiben als Achenbach. Eine schwere Aufgabe: Der Verkauf von 75 Filialen und hunderten Fachgeschäften – wie im Sanierungsplan vorgesehen – ist nicht von heute auf morgen zu schaffen. Den Konzernumsatz zu steigern, der zu Jahresanfang eingebrochen ist, wird noch schwieriger. Der Konsum lahmt, der Kunde hält sein Geld zusammen. Der Druck ist groß. Da ist es wahrscheinlich, dass zuerst beim Personal gespart wird. Und dann dürfte den Mitarbeitern nicht mehr egal sein, wer ihr Chef ist. dro

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