Meinung : Reden und Ausreden

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Es ist jedes Jahr dasselbe: Kurz vor Ostern klettern die Benzinpreise mit bemerkenswerter Regelmäßigkeit in die Höhe. So auch diesmal. Super und Diesel kosten derzeit so viel wie an keinem Tag zuvor im Jahr. Zufall? Zumindest liegt der Verdacht nahe, dass es einen Zusammenhang mit der Reisezeit gibt. Welches Unternehmen würde nicht gern die höhere Nachfrage für einen Zusatzgewinn nutzen? Nur kann man das natürlich nicht zugeben. Deshalb sind die Mineralölkonzerne um seriöser klingende Ausreden bemüht. Zum Beispiel muss die Krise um das Atomprogramm Irans als Begründung für den hohen Ölpreis herhalten. Verwunderlich nur, dass es immer wieder Tage der politischen Zuspitzung gibt, an denen die Rohstoffbörsen keine Reaktion zeigen. Und an anderen Tagen klettern die Kurse – ohne dass es in Teheran eine neue Entwicklung gäbe. Das Gleiche gilt für die knappen Raffineriekapazitäten in den USA. Waren die nicht auch vor zwei Wochen schon knapp? Warum wird dieses Argument ausgerechnet jetzt gespielt? Für die Verbraucher sind solche Spielchen äußerst unbefriedigend. Mit Recht fühlen sie sich den Konzernen ausgeliefert. awm

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