Meinung : Redselig

„Die Parkwächter“ vom 9. März

Laut N. Klingers wortreichem Bericht gibt es in Berlin ein großes Gebiet von der Bernauer Straße „mehr als einen Kilometer nach Norden“ bis über die Gleimstraße. Viele diskutieren seit langem heftig über dessen Nutzung, vor allem Anrainer. Ein „Mauerpark“ soll entstehen. Ein Baustadtrat hat im Sommer 2010 eine „Werkstatt“ eingerichtet, in der 30 Bürger „diesen Mauerpark planen“ sollen …

Das ist aber auch alles, was man bei mühseligem Lesen und Wiederlesen des sechsspaltigen redseligen Artikels erfährt. Es fehlt das Wichtigste: eine informative Lageskizze, aus der man erfahren könnte, wo in drei Teufels Namen mitten in Berlin eine so große Terra incognita existiert. Außerdem muss es doch Aussagen der dort zuständigen Stadtparteien oder ihrer Kommissionen geben, was die für Planungen oder wenigstens Pläne/Ideen beigesteuert haben. Und haben sich nicht auch die berühmt-berüchtigten „Investoren“ längst zu Wort gemeldet?

Die Reporterin präsentiert unter ihren vier beispielhaft aktiven „Bürgern“ auch einen ausgesprochenen Experten, Prof. Rainer Krüger, einen emeritierten Siedlungsgeographen mit präzisen Vorschlägen für eine genossenschaftliche und autofreie Parkrand-Bebauung. Aber seine treffsicheren Stichworte gehen im diffusen Geplauder des Artikels unter. Er sollte vom „Tagesspiegel“ gebeten werden, in einem ausführlichen Gesprächs-Interview eine wirklich informative Aufklärung zu liefern, wie dieses hoch spannende Modell kreativer Bürgerplanung, mit Unterstützung dieses Baustadtrats, in einer überparteilichen, aber entscheidungsbefugten Bürgerinitiative zu einem erfolgreichen Stück direkter Demokratie werden könnte.

Prof. Dr. Fritz Vilmar,

Berlin-Schöneberg

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