Meinung : Reise zum Äquator

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Da steht also Negro Caballo, das Pferd mit den Rollschuhen, vor uns und lüftet freundlich seinen Hut. „Haben Sie durch Zufall einen Eimer Wasser?“, fragt er höflich (denn er ist ein Herr), um nach dem Nein betrübt wegzutrotten. Wie er uns dauert – so sehr, dass wir ihn doch einladen müssen. Hallo, vielleicht das eine oder andere Getreidekorn mit Wasser? „Gerne“, erwidert Negro erfreut, und seine großen Augendeckel klappen im Takt seines Schritts. Getreide gibt es deshalb an jeder Ecke, weil es durch die üppige Sonne sprießt und sprießt. Wir haben es dann auch gemeinsam im Fernsehen gesehen und in der Zeitung gelesen. Wo vor einem Jahr noch die große Flut zu sehen war, wird heute mit einer Flut von Worten die Hitze mit ihren Folgen erklärt. Negro lädt uns zum Dank ein: Hinein in den Wandschrank, hindurch – und die Reise zum Äquator beginnt. Wir rollen auf seinem Rücken dahin, weil wir nachschauen wollen, ob er dramatisch verschoben ist. Und da ist er schon: „Es ist so, als würde die Wüste von Afrika nach Norden wandern“, hat der Forscher in der Zeitung gesagt. Wie gut, dass wir Negro Caballo getroffen haben, denn jetzt können wir sagen: Das ist wahr. cas

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