Meinung : Reiz und Risiko

ABSTURZ DER COLUMBIA

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Schon im Namen steckt ein bisschen Hybris: ein „Shuttle“ durch den Weltraum sollte die Columbia sein – das klingt ja so, als könne man zwischen Erde und All hin und her pendeln wie zwischen Hamburg und Berlin. Aber es stimmt, dass dies ein ganzes Stück normaler geworden ist: Seit 1981 sind die SpaceShuttles zu 111 erfolgreichen Missionen aufgebrochen. Nur zweimal kehrten sie nicht zurück, 1986 die Challenger, nun die Columbia. Damals stürzte das Raumfahrtprogramm in eine schwere Krise, als wäre allen erst da klar geworden, dass solche überirdischen technischen Herausforderungen mit Gefahren verbunden sind. Demut vor dem Risiko ist angesichts von sieben toten Astronauten angebracht. Und doch: Ohne eine Spur Größenwahn ist Raumfahrt nicht möglich. Ihre Faszination liegt darin, die Grenzen des Universums neu zu setzen, und das ist kein bescheidener Plan. Gefährlich ist es, wenn aus Größenwahn Nachlässigkeit wird, wenn sich bestätigen sollte, dass die Columbia beim Start beschädigt wurde, aber niemand das ernst nahm. Die Explosion über Texas zeigt, dass die Raumfahrt voller Risiken steckt. Aber auch voller Reiz. mos

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