Rekord bei Operationen : Nation unterm Messer

Mit dem Markt ist es wie mit dem Wasser. Er findet immer einen Weg. Selbst im hochregulierten deutschen Gesundheitswesen hat er sich einen gebahnt. Die Zahl der Krankenhausbehandlungen steigt, ebenso die der Operationen und medizinischen Prozeduren. 51 Millionen waren das im Jahr 2012, darunter 15,7 Millionen Operationen. Zwar weisen Kliniken und Ärztevertreter auf den Fortschritt, das Altern der Bevölkerung und den guten Versorgungsgrad hin, die den Zuwachs erklärten. Das stimmt jedoch nur zum Teil. So gibt es drastische Unterschiede bei der Häufigkeit – in Höxter etwa werden vier Mal so viele Defibrillatoren eingesetzt wie in Nürnberg. Auch verwundert, dass oftmals vermeidbare Operationen deutlich zugelegt haben, wie die an der Wirbelsäule. Auf der anderen Seite zieren die Krankenkassen sich, wenn sie lebensrettende Operationen bei schwerer Fettsucht bezahlen sollen. Es gibt also nicht nur ein Zuviel, sondern auch ein Zuwenig. In dieser Situation ist der mündige Patient gefragt. In Zweifelsfällen sollte er eine zweite Meinung über den Sinn und die Notwendigkeit eines Eingriffs einholen. Denn der Markt hat seine Risiken. wez

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