Meinung : Religion heute

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Neulich hat ein evangelischer Pfarrer im SFB einen Schockeffekt damit erzeugt, dass er wohlgefällig den Apostel Lenin gegen Amerika in Stellung brachte – diese eigenwillige Art der Exegese wird dem Ruf der Kirche nicht wirklich genützt haben. Und da berichtet der „Stern“ nun auch, es gehe bergab mit dem Ansehen von Kirchen und ihrem Personal. Doch wer ist der Sieger in Sachen Popularität? Es ist der ADAC. Das ist konsequent. Denn anders als gewisse Geistliche zitieren die Mechaniker des Clubs keine verschrotteten Diktatoren, sondern bringen ohne viel Gerede die Maschine wieder zum Laufen. Lebenshilfe! Gelbe Engel hat der ADAC ja auch längst, und so spricht kaum noch etwas gegen seine Erhebung in religiösen Rang. Fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten. Steuerfreie Betankung der 5000 aus einem einzigen Kanister, präventive Segnung jeglichen Rennstoßdämpfers, gelb angestrichene Andachtsräume mit elektrisch verstellbaren Schalensitzen, Wurzelholzfurnier sowie allwöchentlicher Auferstehung des 300 SL von den Toten – so macht man heute Religion. Ob Michael Schumacher allerdings bereit ist, sich dafür ans Kreuz nageln zu lassen?

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