Rente mit 63 : Das schlechte Gewissen der Koalition

Der CDU-Arbeitnehmerflügel will noch einmal das Rentenpaket aufschnüren. Die Rente mit 63 soll verändert werden, um Leistungen für Erwerbsunfähige zu erhöhen. Besser macht das die ganze Reform nicht.

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Früher in Rente. Verbesserungen bei der Altersversicherung soll es geben – allerdings nicht für alle: Nur wer 45 Beitragsjahre aufweisen kann, soll nach den Plänen der Bundesregierung im Alter von 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Früher in Rente. Verbesserungen bei der Altersversicherung soll es geben – allerdings nicht für alle: Nur wer 45 Beitragsjahre...Foto: dpa

Eines muss man Karl-Josef Laumann, dem Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, lassen. Wie kaum ein anderer Politiker legt er offen, dass die große Koalition Rentenpolitik nach Kassenlage macht. Inzwischen fordert Laumann nicht mehr die abschlagsfreie Rente mit 63, sondern mit 63 und drei Monaten. Mit dieser Umbuchung will Laumann Geld in andere Kanäle lenken – Geld, das eigentlich gar nicht in die Rentenkasse gehört. Denn ursprünglich war ab Januar eine Senkung der Rentenbeiträge vorgesehen gewesen. Vom Prinzip der Generationengerechtigkeit hatten sich Union und SPD schon bei den Koalitionsverhandlungen verabschiedet.

Zumindest bei den CDU-Arbeitnehmern hat man inzwischen aber wohl erkannt, dass die Rente mit 63 nicht denen hilft, die es wirklich nötig haben. So ist es auch einem schlechten Gewissen geschuldet, wenn Laumann nun eine stärkere Anhebung der Erwerbsminderungsrenten fordert. Besser macht das die Rentenreform nicht. Denn die unterschiedliche Behandlung von Generationen wird allenfalls abgemildert. Die Rente mit 63 bleibt ein Sondergesetz, von dem gerade noch die Babyboomer-Generation profitiert. Der Rest darf schauen, wo er bleibt.

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