Rente mit 69 : Nichts ist sicher

Die Bundesbank hat die Rente mit 69 ins Spiel gebracht. Doch ihre Vorhersagekraft in allen Ehren - wer weiß schon, wie wir in 50 Jahren leben werden?

Fabian Leber

Wenn etwas an der Rente sicher ist, dann ist es die Aufregung, die um sie veranstaltet wird. Vor einem Jahr warnte Roman Herzog vor der „Republik der Rentner“. Die Entrüstung war groß – obwohl Herzog doch nur demografisches Grundwissen referierte. Inzwischen bedarf es nicht einmal mehr eines wortmächtigen Altbundespräsidenten, um eine ganze Erregungskette in Gang zu setzen. Selbst FDP-Generalsekretär Dirk Niebel fühlt sich den Ruheständlern nahe und lässt verlauten, eine Rente mit 69 – wie sie die Bundesbank jetzt ins Spiel bringt – gehe „an der Lebenswirklichkeit vorbei“. Eher an der Realität vorbei geht jedoch der Versuch, im Jahr 2009 bestimmen zu können, was 2060 Wirklichkeit sein wird. Die Vorhersagekraft von Bundesbank und Politikern in allen Ehren – doch wer weiß schon, wie die Deutschen in 50 Jahren leben werden, wie fit die Alten dann sind und wie die Arbeitswelt in einem halben Jahrhundert aussehen wird? Die aufgeregte Debatte bewirkt vor allem eines: Den Menschen wird die Lust auf die Zukunft genommen. Das ist ist keine gute Voraussetzung, um sie meistern zu können.

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