Rente : Steuer statt Beitrag

Wer glaubt, dass es in der Rentenpolitik eine große Reformlösung geben kann, durch die mit einem Schlag alle Probleme behoben sind, der träumt. Rentenpolitik ist eine Frage schrittweiser Anpassung an sich ändernde (und schwieriger werdende) Verhältnisse. Wenn man so will und den Begriff nicht nur negativ versteht: Rentenpolitik kann immer nur Stückwerk sein. Dass das vor gut einem halben Jahrhundert erdachte Umlagesystem nicht der Weisheit letzter Schluss war, ist seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten bekannt. Es funktioniert auch nur noch durch massive Steuerzuschüsse (trotz der Tatsache, dass die geburtenstarken Jahrgänge noch alle Beitragszahler sind). Insofern sind in der CDU die Ministerin von der Leyen und die Jungpolitiker gar nicht so weit auseinander. Leyen erwägt mit ihrem Vorstoß gegen Altersarmut einen kleineren Schritt, der wohl am Ende ohne zusätzliche Steuerfinanzierung nicht funktionieren wird. Die Jungen plädieren für den größeren Schritt hin zur gänzlich steuerfinanzierten Grundrente, die aber nicht auf einen Schlag verwirklicht werden kann. Auch die Vorstellungen in der SPD, das Rentenniveau weniger stark abzusenken als beschlossen, laufen auf eine stärkere Steuerfinanzierung hinaus. Die Tendenz ist also klar. afk

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