Rentenbeiträge : Lieber bunkern

Die Rentenbeiträge sollen stark sinken. Das klingt gut. Besser wäre es jedoch, sie nicht so weit abzusenken.

Rainer Woratschka

Widersinnig ist gar kein Ausdruck. Da ergehen sich Politiker und Experten in düstersten Zukunftsängsten ob der demografischen Entwicklung. Sie entwickeln Konzepte gegen drohende Altersarmut und appellieren an die Bürger, unbedingt auch privat vorzusorgen. Die SPD streitet sich bis auf die Knochen, ob die einstmals selbst initiierte Senkung des Rentenniveaus nicht doch zu heftig ist. Und die Sozialministerin persönlich beschwört das Gespenst der Rentnerverarmung bis in die fleißig arbeitende Mittelschicht hinein. Die gesetzliche Rente wird, das wissen alle, immer weniger reichen – und das liegt auch an Niedriglöhnen, Minijobs, brüchigen Erwerbsbiografien. Was aber macht die schwarz-gelbe Regierung? Sie senkt die Beiträge auf den niedrigsten Stand seit 18 Jahren. Das sei schließlich so vorgeschrieben, lautet die Begründung. Wenn die Versicherer ein zu dickes Polster haben, müssen die Beiträge sinken. Doch was hindert den Gesetzgeber daran, Gesetze zu ändern? Und in guten Zeiten mit einer Demografiereserve für die mit Sicherheit schlechter werdenden vorzusorgen? Ach ja, fast vergessen, 2013 ist Wahljahr. Mehr Netto vom Brutto! Ob die Rechnung aufgeht? Manchmal sind die Wähler weitsichtiger als ihre Politiker. raw

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