Meinung : Rentenreform: Kontrolle unverzichtbar

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Auch wenn sie immer mal wieder jammern: Eigentlich können sich die Beamten in der Bundesrepublik nicht beklagen. Die Privilegien gegenüber den meisten Beschäftigten in der freien Wirtschaft sind offensichtlich. Deswegen erregen Meldungen über Belastungen für Beamte immer wieder Aufsehen. Jetzt zum Beispiel der Vorschlag der Bundesregierung, die Zahl der Frühpensionierungen zu senken. Warum eigentlich soll ein krankheitshalber ausgeschiedener Beamter nicht wieder zur Arbeit herangezogen werden, wenn es ihm wieder besser geht - zumindest für Teilzeit. Und warum soll nicht zusätzlich ein Arzt der Rentenversicherungsträger herangezogen werden, wenn es gilt, die Dienstunfähigkeit festzustellen? Es gibt zu denken, wenn sich die Zahl der krankheitsbedingten Frühpensionierungen von 1998 bis 2000 nahezu verdoppelt hat. Das verdient eine Überprüfung. Nicht aus generellem Misstrauen gegen die deutschen Beamten, schon gar nicht wegen des Vorwurf, viele der Dienstunfähigen seien Drückeberger. Aber wer kennt nicht einen Fall von Frührentnern, in dem ein bisschen Arbeit nebenbei dann doch geht? Missbrauch kommt überall vor, nicht nur bei Sozialhilfeempfängern. Denen schaut man schnell auf die Finger. Das Leben lehrt: Die Versuchung ist dort besonders groß, wo die Versorgung besonders gut ist. Die Pläne des Kabinetts sind keine Strafe für die Beamten. Die Regierung setzt lediglich Standards, die eigentlich selbstverständlich sein sollten.

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