Rezession : Global retten

50 Billionen Dollar sind in der Finanzkrise bisher weltweit vernichtet worden. Doch das ist nichts verglichen mit der Not in den ärmsten Staaten der Welt.

Moritz Döbler

Die Finanzkrise bringt Tag für Tag unfassbare Zahlen und beunruhigende Superlative hervor. 50 Billionen Dollar – das ist ein neuer Höhepunkt: So viel Vermögen ist bisher weltweit vernichtet worden, schätzt die Asiatische Entwicklungsbank. Zur Wahrheit gehört, dass ein Großteil nur auf dem Papier und nur vorübergehend an Wert verloren hat. Langfristig rechnet sich manches wieder, was kurzfristig verheerend aussieht. Und: Es ist nur Geld. Viel Geld, wohl wahr. 50 Billionen Dollar entspricht ungefähr der globalen Wirtschaftsleistung eines Jahres. Aber das ist nichts verglichen mit der Not in den ärmsten Staaten der Welt, die sich aufgrund der globalen Rezession dramatisch verstärkt. Die Krise ist längst nicht mehr virtuell, sondern eine Sache von Leben und Tod. Menschen werden sterben, weil die Banken sich verzockt haben. Europa sollte sich daran erinnern, dass Afrika nur wenige Kilometer entfernt ist. Der Aufruf der Weltbank an die G-20-Staaten, bei dem Gipfeltreffen in London in drei Wochen auch an die Entwicklungsländer zu denken, darf nicht verhallen. Denn wer in der globalisierten Welt versucht, nur sich selbst zu retten, rettet nichts. mod

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