Meinung : Riegel vor Schoko

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Aktionsplan – das klingt wunderbar dynamisch. Mit einem „Aktionsplan Ernährung“ will Bundesverbraucherminister Horst Seehofer auch das wachsende Problem der dicken Kinder lösen, das nicht nur Eltern, sondern auch die Gesundheitssysteme vor gewichtige Herausforderungen stellt. Im Frühjahr soll der Plan vorgelegt werden. Dass damit die zwei Millionen dicken Kinder in Deutschland Pfunde verlieren, ist unwahrscheinlich. Das wenige, was er über die Inhalte verriet, klingt eher nach Aktionismus denn nach Aktion. Mit großem Tamtam wird der Bund die Länder auffordern, mehr Kochkurse für Kinder aufzulegen und sie öfter über den Sportplatz zu jagen. Alles sehr vernünftig, aber während Seehofer noch an seinem Plan feilt, streichen viele Länder und Kommunen aus Kostengründen Sportstunden und machen Schwimmhallen dicht. Statt einen Aktionsplan aufzulegen, sollte Seehofer lieber die Ernährungsindustrie in die Verantwortung nehmen, die mit Hamburgern, Schokoriegeln und Limonade all die Verlockungen anbietet, die Kinder dick machen. Von Werbeverboten und ähnlichen Erziehungshilfen will Seehofer aber nichts wissen. pet

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