Meinung : Rikschas statt Autos

Zur Debatte über Tempo 30 in Berlin

Seit die Grünen die politische Bühne betraten, propagieren sie die autofreie Stadt. Mit der SPD im Schlepptau haben sie schon viel erreicht. Selbst Herr Schäuble (CDU), konnte 1998 dem Vorschlag der Grünen, den Benzinpreis auf 5,-DM/Liter anzuheben, etwas abgewinnen. Die Linken haben bekanntlich einen langen Atem und haben bisher noch alles durchgesetzt. Ihre Methoden sind subtiler geworden, Schikane nach Schikane, die Autofahrer gewöhnen sich schon daran.

Manfred Rühle, Berlin-Wilhelmstadt

Ich stelle mir vor, wie es sein kann, wenn Frau Künast und/oder Frau Junge-Reyer in ganz Berlin Tempo 30 durchgesetzt haben: Ich fahre aus einem Wohngebiet und an einer Schule vorbei, wo 30 km/h Geschwindigkeit eine Selbstverständlichkeit ist. Auf der nächsten Durchfahrtsstraße dann würde ich jedoch gerne auf eine Reisegeschwindigkeit von gewohnten 50 km/h beschleunigen, aber ich halte mich an die neue Geschwindigkeitsbegrenzung, obwohl die Straße recht frei und offen ist. Diese ständige Selbstbeschränkung erzeugt Frust, was sich auch in Frust gegenüber den derzeitigen Senat entwickelt.

Die nächste Hauptverkehrsader, wo man noch 50 km/h fahren kann, ist noch ein Stück entfernt. Man hört, dass es dort auch zu Staus kommt, da viele einen Umweg dorthin fahren. Weil es dort eh langsam vorangeht, meint man, dass man überall die Geschwindigkeit entsprechend begrenzen kann.

Irgendwie kann ich diese Gleichschaltung nicht begreifen. Ebenso wundere ich mich über Berechnungen, dass man angeblich bei Tempo 30 weniger Sprit verbraucht als bei 50. Ich bemühe mich schon, aber mein Verbrauchsanzeiger zeigt bei 30 immer mindestens zwei Liter pro hundert Kilometer mehr als bei 50, und im 5. Gang habe ich Angst, dass mir der Motor bei dem Kriechtempo absäuft.

Alan Benson, Berlin-Wannsee

Wenn Hannes Heine bei 50 km/h „dröhnende Motoren rasender Autos“ zu hören glaubt, disqualifiziert er sich selbst als autofeindlicher Polemiker. Mir ist ein Auto bei 50km/h übrigens erheblich lieber als ein Radfahrer, der mit 20 km/h auf dem Gehweg fährt. Und sollte Herrn Heine die Feinstaubbelastung wirklich am Herzen liegen: Gleichmäßiger Verkehrsfluss mit grüner Welle, die in Berlin leider die absolute Ausnahme ist, würde laut eines Forschungsprojekts von Audi jährlich deutschlandweit ca. fünf Millionen Liter Treibstoff sparen und auch durch verminderten Bremsbelag-Abrieb die Umweltbelastung ganz erheblich senken. Aber das wäre ja viel zu autofahrerfreundlich …

Tom Kaniess, Berlin-Lichterfelde

Ob flächendeckend Tempo 30 in Berlin das ist, was sich die Mehrheit der Bürger wünscht, bleibt noch abzuwarten. Sicher ist aber, dass eine intelligente Ampelschaltung den Verkehrsstrom günstig beeinflussen könnte. Leider trifft man aber in vielen Straßen, quasi als Signum des derzeitigen Senates, auf eine „rote Welle“. So gesehen könnte ja ein von den Grünen geführter Senat ein positives Omen sein. Die angekündigten Maßnahmen weisen aber leider in eine andere Richtung.

Ach ja, Frau Künast, tun Sie doch etwas für Ihre Glaubwürdigkeit! Ersetzen Sie doch bitte im Falle Ihrer Wahl die teuren Staatskarossen durch Fahrrad-Rikschas! So wären Sie selbst mit Chauffeur immer politisch korrekt unterwegs, vorausgesetzt, Sie sorgen auch für eine ausreichende Anzahl von Emissionszertifikaten für den erhöhten CO2-Ausstoß der unter der staatstragenden Last schnaufenden Pedalritter. So kämen wir der Weltrettung einen erheblichen Schritt näher!

Dr. Christian Eilers, Berlin-Tempelhof

Glaubt Frau Künast ernsthaft, dass sich mit Tempo 30 mehr Lebensqualität erreichen ließe? Mehr CO2 wäre die Folge, da mehr Autos im selben Zeitraum unterwegs wären und noch mehr Staus provozieren würden.

Siegfried Putzmann,

Berlin-Lichterfelde

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