Röslers Regeln für Apotheken : Die Lobby hustet

Gesundheitsminister Rösler tut das Gegenteil dessen, was er versprochen hat: das System von bürokratischem Ballast zu befreien.

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Auf den ersten Blick klingt die Sache folgerichtig. Gesundheitsminister Rösler will den Apothekern, die seine FDP zuverlässig wählen, lästige Konkurrenz vom Leibe halten – und verbietet alle „Auswüchse beim Versandhandel“ mit Arznei, etwa in Form so genannter Pick-up-Stellen in Drogerien. Im Gegenzug muss er dann auch Rossmann, Schlecker & Co. vor Konkurrenz schützen. Höchstens 30 Prozent der Apothekenverkaufsfläche sollen noch dem Handel mit Kosmetika oder Hustenbonbons dienen dürfen, heißt es in einem Verordnungsentwurf. Neben weiteren Vorgaben, etwa zum Mindestabstand der Verkaufsplätze, oder zur Größe der Arbeitsräume. Verblüffend daran ist zweierlei. Dass der Minister erstens offenbar auch seine Wählerklientel immer stärker zu ärgern gewillt ist – was kein Schaden sein muss. Zweitens aber, dass er das Gegenteil dessen tut, was er versprochen hat: das System von bürokratischem Ballast zu befreien. Weniger Wettbewerb und mehr Regulierung – brauchen wir dafür die FDP? Rösler sollte beweisen, dass der Vorstoß nur das Produkt regulierungswütiger Beamter ist und ihn schleunigst kassieren. Mitsamt der Privilegien für die Apotheker.

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