Rot-Grün in Niedersachsen : So wird Gorleben doch noch Endlager

Rot-Grün in Niedersachsen will Gorleben als Endlager von vorneherein ausschließen lassen. Doch damit wird eine fachlich geführte Debatte verhindert. So kann der bestmögliche Endlagerstandort in Deutschland nicht gefunden werden.

Dagmar Dehmer
Die deutsche Politik sucht immer noch nach einem Standort für ein atomares Endlager.
Die deutsche Politik sucht immer noch nach einem Standort für ein atomares Endlager.Foto: dpa

Die künftige rot-grüne Regierung in Niedersachsen ist auf dem besten Weg, den umstrittenen Salzstock in Gorleben endgültig zum bundesweiten Atomendlager zu machen. Die Koalitionspartner sind sich nämlich einig, dass sie einer neuen Endlagersuche nur dann zustimmen wollen, wenn Gorleben von vornherein als Standort ausgeschlossen wird. Damit riskieren sie das endgültige Scheitern des seit rund einem Jahr debattierten Neustarts bei der Endlagersuche. Eben weil Gorleben vor inzwischen 37 Jahren in erster Linie aus politischen Gründen zum Endlagerstandort gemacht wurde, darf er nun nicht aus ebenso politischen Gründen ausgeschlossen werden. Das hätte zur Folge, dass jeder mögliche andere Standort unter Verweis auf Gorleben vor Gericht ziehen könnte – und gute Aussichten hätte, ein Endlager zu verhindern. Rot-Grün in Niedersachsen argumentiert damit, es solle der bestmögliche Endlagerstandort in Deutschland gefunden werden. Im Verlauf einer solchen Suche würde Gorleben aber ohnehin aus fachlichen Gründen wegfallen. Wenn es den Landespolitikern in Hannover also nicht darum geht, Gorleben endgültig als Endlager zu zementieren, dann sollten sie noch mal nachdenken.

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