Rot-Rot und Berlins Klima : Grün war die Stadt immer

Berlin hat den achten Platz unter 30 Städten auf dem gerade veröffentlichten "Green City Index" erreicht. Das ist allerdings nur zu einem geringen Teil ein Erfolg der rot-roten Politik.

Gerd Appenzeller

Ehre, wem Ehre gebührt. Umweltsenatorin Katrin Lompscher stellt in der neuen Woche auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen beispielhafte Projekte vor. Sie rühmt sich, Berlin habe wegen seiner Klimaschutzpolitik besonders im Bereich der Gebäudesanierung den achten Platz unter 30 Städten auf dem gerade veröffentlichten „Green City Index“ erreicht. Tatsächlich ist die gute Positionierung nur zu einem geringen Teil ein Erfolg der rot-roten Politik. Der Zusammenbruch der Industrie im Osten Berlins nach 1990, der starke Rückgang der Kohleofenheizungen – das sind die entscheidenden Faktoren. Dass in Berlin bis heute 60 Prozent der Energie von Kohlekraftwerken erzeugt werden, wirft die Metropole im europäischen Vergleich eher zurück. Eine grüne Stadt war Berlin schon immer. Wenn die Planer also nun den ehemaligen Flughafen Tempelhof und den 2011 zu schließenden Flughafen Tegel weitgehend als Grünfläche erhalten wollen, ist das gut für das Stadtklima in einem doppelten Sinne. Der Tiergarten, die großen Volksparks und die beiden Stadtflughäfen sind die grünen Lungen der Stadt und tragen zu unserem Wohlbefinden bei. Wenn das durch freiwillige Beiträge noch gesteigert wird, umso besser. Bis zum Beweis des Gegenteils halten wir aber die von Frau Lompscher ins Gespräch gebrachte Idee einer Zehn-Euro-Aktie pro Flugpassagier zur Aufforstung von Tegel für einen netten Gag – mehr nicht.

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