Roy Bennett, Politiker : "Simbabwe ist meine Heimat"

Der stämmige weiße Farmer mit dem ergrauten Haar hat seinen Einsatz für die oppositionelle Bewegung für einen demokratischen Wandel in Simbabwe teuer bezahlt.

Wolfgang Drechsler
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Foto: AFP

Wenn eines Tages die Geschichte des Widerstands gegen das Regime von Robert Mugabe geschrieben wird, wird der Name von Roy Bennett gewiss nicht fehlen. Der stämmige weiße Farmer mit dem ergrauten Haar hat seinen Einsatz für die oppositionelle Bewegung für einen demokratischen Wandel (MDC) jedoch teuer bezahlt: Er hat nicht nur seinen gesamten Besitz verloren, sondern auch monatelang unter schlimmsten Bedingungen in Simbabwes berüchtigten Zuchthäusern verbracht.

Wie sehr Mugabe und sein Regime den 52-Jährigen hassen, zeigte Bennetts Verhaftung am Freitag auf einem kleinen Flughafen nahe der Hauptstadt Harare. Unmittelbar vor der Vereidigung der neuen Einheitsregierung, in der Bennett Vizeminister für Landwirtschaft werden soll, war er von Agenten Mugabes verhaftet und in das Verhörzentrum von Marondera verschleppt worden.

Bennett war erst im vergangenen Monat in seine Heimat zurückgekehrt, nachdem er 2005 aus Todesangst ins benachbarte Südafrika geflüchtet war. Die von Mugabe gesteuerte Justiz in Simbabwe warf ihm vor, einen Anschlag auf den Diktator zu planen – eine Anklage, die nun zurückgezogen und durch neue, schwächere Vorwürfe ersetzt wurde.

Die Gründe für den tiefen Hass der Machthaber auf den Oppositionspolitiker liegen jedoch woanders: Bennetts überwältigender Wahlsieg im Osten Simbabwes, wo er auch seine Farm hatte, belegt eindrücklich, dass der Widerstand gegen Mugabe nicht von den Weißen angezettelt wurde, sondern von der großen Mehrheit der Schwarzen getragen wird.

Bekannt wurde Bennett vor allem durch eine Debatte im simbabwischen Parlament: Als Mugabes Justizminster Patrick Chinamasa Bennetts Vater und Großvater hämisch „Diebe und Hurensöhne“ schimpfte, schubste der bullige Farmer den Minister wutentbrannt zu Boden. In einem beispiellosen Willkürakt schickte das Regime Bennett daraufhin für ein Jahr ins Zuchthaus, wo seine Frau ihn alle zwei Wochen für zehn Minuten sprechen durfte. Zeitgleich wurde seine Farm mit mehr als 800 Rindern entschädigungslos enteignet.

Den Glauben an sein Land und seine Menschen hat Bennett trotzdem nicht verloren, auch wenn er über den Zustand seiner Heimat entsetzt ist. „Alles liegt brach, es herrscht kompletter Stillstand. Aber ich bleibe, denn Simbabwe ist meine Heimat – und wird es immer sein .“

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