Rückkehr der Tories in England : Ende der Obsessionen

Die Tories könnten bei den nächsten Unterhauswahlen wieder ans Ruder kommen. Eine Chance auch für Europa?

Mit dem Gedanken, es spätestens in zwei Jahren mit einem Premierminister David Cameron zu tun zu bekommen, sollten sich Großbritanniens Partner in der Welt langsam anfreunden: Labours Wahlniederlage in Crewe, sonst eine der Hochburgen der Partei in Nordengland, ist ein weiteres Indiz für einen Regierungswechsel nach der nächsten Unterhauswahl, die Premierminister Gordon Brown bis 2010 ausrufen lassen muss. Außenpolitisch hat Cameron in den ersten zweieinhalb Jahren an der Spitze der Konservativen Partei kaum Profil gewonnen. Trotzdem hat er es geschafft, sich in Europa unbeliebt zu machen, vor allem bei den eigenen Parteifreunden im EU-Parlament. Dort unternahm er den dilettantischen Versuch, eine neue, europaskeptische Gruppierung zu gründen. Bundeskanzlerin Angela Merkel ignorierte ihn deshalb zunächst. Ein Punkt aber könnte überzeugten Europäern Hoffnung machen. Cameron will, dass die Tories auf dem Weg in die politische Mitte alte Obsessionen hinter sich lassen, wie etwa radikale Steuersenkungen oder Ausfälle gegen Immigranten – aber auch das Feindbild EU. Eine konstruktive Europapolitik der nächsten konservativen Regierung in London – zumindest träumen darf Europa davon. mah

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