Meinung : Rumms!

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Die Nasa hat jetzt ein Fluggerät auf siebenfache Schallgeschwindigkeit beschleunigt – für elf Sekunden. Das Erfinden nützlicher Anwendungen für derlei Flieger dauert etwas länger. Klar: Supermodels können bald in London Schuhe vorführen, die sie gleichzeitig in Paris kaufen, und Günther Jauch hätte die Chance, in einer Sendung Charlize Therons Knöchel zu tätscheln, während er in fünf anderen schon nach dem Namen der Schauspielerin fragt, der er den Knöchel... Doch auch Politiker könnten von den Vorteilen des Hyperschallflugs profitieren. Kanzler Schröder würde zum Beispiel eine Rede halten und dann schon mal, rumms! deren Schall vorausfliegen, die Lage erkunden und notfalls ein Dementi formulieren, bevor die Rede selbst eintrifft. Ein Bundesüberschallamt müsste die Flugrechte vergeben, streng nach Proporz, aber mit stetem Blick auf die Fünfprozenthürde. Wenn es im Bundestag dann wieder einmal besonders laut kracht, wüssten wir wenigstens ohne viel Nachforschungen, dass die FDP noch am Leben ist. Es wäre allerdings auch nicht schade, wenn Guido Westerwelle gleich wieder zurückfliegen würde. Elf Sekunden? Sind genug bei dem Tempo.

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