Russisches Atom-U-Boot : Rostende Arsenale

Russlands Militärtechnik ist völlig veraltet.

Der Unfall eines russischen Atom-U-Boots im Pazifik weckt Erinnerungen an die furchtbaren Tage im August 2000, als die Welt um die eingeschlossenen Seeleute der „Kursk“ bangte. Beide Unglücksfälle sind technisch nicht vergleichbar. Ebenso darf man nicht verschweigen, dass es auch in anderen Ländern schwere U-Boot-Unfälle gegeben hat. Doch die Kette von Havarien russischer Atom-U-Boote verweist auf ein großes strukturelles Problem: Russland hat in den vergangenen Jahren viel zu wenig in die technische Modernisierung seines Militärs investiert. Die Folgen lassen sich in Murmansk, dem Sitz der Nordmeerflotte, besichtigen. Dort rosten unzählige Wracks vor sich hin, weil die Instandhaltung der Schiffe als zu teuer galt. Vor zwei Jahren kamen bei einem Feuer in einem Atom-U-Boot in der Barentssee zwei Matrosen ums Leben. Die Marine hatte die vorgeschriebene Wartung versäumt. Jahrelang hat der damalige Präsident Wladimir Putin versucht, Russland als Großmacht wiederzubeleben, ein Projekt, das den eigenen Bürgern neues Selbstbewusstsein geben sollte. Doch während die Ausgaben für das Militär in der Sowjetunion zeitweise bis zu 20 oder gar 25 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes ausmachten, waren es zu Putins Zeiten unter drei Prozent. Anspruch und Realität klaffen bis heute weit auseinander. Was bleibt, ist Großmachtrhetorik. Und ein Haufen ungelöster technischer Probleme. (vs)

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