Russland : Gewalt

Die Zahl klingt gigantisch – und das soll sie auch. Mit rund 600 Milliarden Euro will Russlands Premier Wladimir Putin die Armee aufrüsten. Dass die zum Teil hoffnungslos veralteten Waffensysteme des russischen Militärs modernisiert werden müssen, ist weder neu noch überraschend. Aber kann Russland in den kommenden zehn Jahren eine solche Summe in den Verteidigungsetat stecken? Das erscheint mehr als zweifelhaft. Selbst die USA müssen ihre Militärausgaben drastisch kürzen. Die Ankündigung Putins, die er nicht etwa im Kabinett, sondern in einer Regierungszeitung machte, ist einem Wahlkampf geschuldet, den es eigentlich gar nicht gibt. Angesichts der Bürgerproteste gegen den Mann, der sich am 4. März erneut zum Präsidenten „wählen“ lassen will, setzt Putin nun auf einen harten Kurs in der Außenpolitik. Er zeichnet das Bild eines Landes, das sich gegen Feinde an seinen Grenzen verteidigen muss – und erinnert am Ende gar an den Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion: Die „Tragödie von 1941“ dürfe sich nicht wiederholen, die „fehlende Bereitschaft von Staat und Armee“ habe hohe menschliche Verluste verursacht. Damit greift Putin auf die ihm vertrauten sowjetischen Denkmuster zurück. Seine Kriegsrhetorik sollte dem Westen durchaus zu denken geben. cvs

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