Russland und Deutschland : Ausgemakelt

Das Tempo, das Russlands Präsident bei der Anerkennung Südossetiens und Abchasiens nun vorgelegt hat, war selbst für Moskau wohlgesinnte Diplomaten dann doch eine Überraschung. Dmitri Medwedew hat dabei vor allem Deutschland und seinen Außenminister Frank-Walter Steinmeier brüskiert.

Das Tempo, das Russlands Präsident bei der Anerkennung Südossetiens und Abchasiens nun vorgelegt hat, war selbst für Moskau wohlgesinnte Diplomaten dann doch eine Überraschung. Dmitri Medwedew hat dabei vor allem Deutschland und seinen Außenminister Frank-Walter Steinmeier brüskiert. Noch vor wenigen Wochen, kurz vor dem räumlich getrennten Südossetienkonflikt, hatte der einen Friedensplan für Abchasien vorgelegt – mit ausdrücklicher Zustimmung Moskaus. Es ging um vertrauensbildende Maßnahmen, um das Rückkehrrecht von Flüchtlingen und um internationale Beratungen über den künftigen Status des zu Georgien gehörenden Gebiets. Medwedew zog nun offenbar den Propagandaerfolg vor eigenem Publikum der Zusammenarbeit mit Deutschland vor, einem der letzten kooperationswilligen Partner in Europa. Doch an wen will er sich künftig wenden, wenn es um wirtschaftliche Zusammenarbeit geht, um Verhandlungen mit der EU oder die angestrebte internationale Anerkennung der beiden Republiken? Die Bereitschaft Berlins, sich im Kaukasuskonflikt als ehrlicher Makler anzubieten, dürfte in Zukunft jedenfalls gegen null tendieren. SB

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