S-Bahn-Unfall : Abfertigungssystem ist eine Notlösung

Auch wenn noch unklar ist, wie es zu dem tödlichen Unfall auf dem S-Bahnhof Greifswalder Straße kommen konnte, ist eines sicher: Das Abfertigungssystem der S-Bahn hat große Schwächen.

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Aufgrund nicht erbrachter Leistungen und mangelhafter Qualität erhält die Berliner S-Bahn weniger Zuschüsse.
Aufgrund nicht erbrachter Leistungen und mangelhafter Qualität erhält die Berliner S-Bahn weniger Zuschüsse.Foto: ddp

Es lädt die gesamte Verantwortung auf den Schultern der Fahrer ab. Von ihnen verlangt die Geschäftsleitung, dass sie auch bei einem fast 150 Meter langen Zug eindeutig erkennen müssen, ob alle Türen, immerhin 24 bei den längsten Zügen, geschlossen werden können und die Bahn abfahren kann, ohne einen möglicherweise eingeklemmten Fahrgast in Lebensgefahr zu bringen.

Das System ist eine Notlösung, weil die früheren Abfertiger auf den Bahnsteigen eingespart wurden, bevor ein neues technisches Abfertigungssystem einsatzbereit war. Diese Notlösung wird seit Jahren praktiziert, eine Änderung ist nicht in Sicht, denn die Kontrolle per Kamera und Monitor funktioniert noch nicht. „Wird schon gut gehen“ darf aber nicht die Devise sein. Hoffentlich bleibt die Aufsichtsbehörde bei ihrer Ankündigung, nach dem Unfall auch das Abfertigungssystem zu überprüfen – egal, wie es tatsächlich zu dem schrecklichen Vorfall kam.

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