Sachsen in Not : Begrenzte Nehmerqualität

Sachsens Wähler haben ihren Ministerpräsidenten Milbradt schon längst aufgegeben - wie einen Boxer im Ring, der nur noch einsteckt.

Auf Verdienste gibt es in der Politik keinen Kredit. Dass Sachsens Regierungschef Georg Milbradt ausgerechnet wegen unüberschaubarer Finanzrisiken politisch ins Wanken geraten könnte, hätte dem erfolgreichen Sanierer der sächsischen Staatsfinanzen noch vor ein paar Monaten niemand vorauszusagen gewagt. Doch jetzt droht dem Mann, der seine Eignung als Ministerpräsident fast ausschließlich seinem strammen finanzpolitischen Kurshalten verdankte, das Aus.

Der Freistaat scheint in ein Desaster zu schlittern. Auch wenn Milbradt das nicht verschuldet hat, steht er dennoch in dessen Zentrum, weil mit der Sachsen LB eines seiner Lieblingskinder gescheitert ist. Doch das ist es nicht allein. Milbradt kämpft seit Monaten wie ein Boxer im Ring, der immer wieder eins auf die Nase kriegt und nur dank guter Nehmerqualitäten noch auf den Beinen steht. Das Publikum, das ihn nie frenetisch feierte, hat ihn schon aufgegeben. Wenn es im Fall von Neuwahlen auch in Sachsen zu Schwarz-Rot keine greifbaren Alternativen gibt, wird sich die CDU schon mal nach einem Nachfolger umsehen müssen.

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