Salafisten : Steinzeit im Netz

Es war überfällig. Der Rechtsstaat musste mit Verbot und Razzia den Salafisten entgegentreten, um glaubwürdig zu bleiben – gegenüber den Extremisten wie auch der Bevölkerung. Das Sicherheitsgefühl vieler Menschen war angesichts der Krawalle ultrafrommer Spinner in Solingen und Bonn empfindlich berührt. Erst recht, da Salafisten derart brutal die Polizei attackiert hatten, dass zahlreiche Beamte verletzt wurden. Die Randale war zudem nur der plötzlich weithin sichtbar gewordene Fanatismus. Die Hetze im Internet haben die meisten Bewohner der Republik nicht mitbekommen. Doch diese Hasspropaganda ist brandgefährlich, denn sie beschleunigt die Radikalisierung junger, nach Orientierung suchender Muslime. Der Fall des Kosovaren Arid Uka, der in Frankfurt zwei Amerikaner erschoss, ist da die deutlichste Mahnung. Dennoch sind das Verbot des Vereins Millatu Ibrahim und die Verfahren gegen zwei weitere Gruppierungen wohl kaum mehr als ein Dämpfer. Die Salafisten wie andere Extremisten auch vernetzen sich zunehmend in der Online-Welt, herkömmliche Repression bewirkt da wenig. Gegen die paradox anmutende Strategie von Steinzeit-Islamisten, moderne Kommunikation für den Kampf gegen die Demokratie zu missbrauchen, gibt es bislang zu wenige Ideen. fan

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