Sarkozy in London : Falsch verbunden

Ab Mittwoch ist der französische Président zum Staatsbesuch in Groß Britannien. Es ist der erste eines französischen Präsidenten seit zwölf Jahren.

Der Rahmen lässt Großes vermuten: Ab dem heutigen Mittwoch ist Nicolas Sarkozy zum Staatsbesuch in Großbritannien – dem ersten eines französischen Präsidenten seit zwölf Jahren. Was auf den ersten Blick wie eine neue „Entente cordiale“ und eine heftige Annäherung zwischen den Staaten auf den beiden Seiten des Kanals aussieht, ist tatsächlich etwas anderes: Vergangenheitsbewältigung.

Wie schon bei seinem Besuch in den USA im vergangenen November sucht Sarkozy auch in London einen politischen Neubeginn mit einem Partner, mit dem Frankreich während des Irakkriegs über Kreuz lag. Doch damit tut sich noch nicht unbedingt eine neue Ära in den europapolitischen Beziehungen zwischen Sarkozy und dem britischen Regierungschef Gordon Brown auf. Es stimmt schon, dass Kanzlerin Merkel und Sarkozy den Wert der deutsch-französischen Beziehungen nüchterner einschätzen als ihre Vorgänger. Zuletzt zeigte sich dies beim Streit über die Mittelmeerunion. Doch dies ändert nichts daran: Bis auf absehbare Zeit wird Großbritannien weiteren Versuchen zu einer europäischen Einigung stets skeptischer gegenüberstehen als Berlin oder Paris. ame

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