Sarkozy kandidiert für Präsidentschaft : Vorschau für Deutschland

Die Wahlen in Frankreich werden spannend - vor allem für Angela Merkel. Links gegen rechts, im Zentrum die Finanzkrise: Auch in Deutschland könnte es 2013 einen Lagerwahlkampf geben.

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Nicolas Sarkozy will Präsident bleiben. Das wird schwierig.
Nicolas Sarkozy will Präsident bleiben. Das wird schwierig.Foto: Reuters

So sehr sich die PR-Strategen des französischen Präsidenten auch anstrengten, so rechte Thriller-Stimmung wollte am Mittwoch nicht aufkommen. Für den Abend hatte Nicolas Sarkozy bei seinem Haussender TF1 einen Auftritt angekündigt, um endlich zu sagen, was die Nation ohnehin schon weiß, nämlich dass er erneut für die Präsidentschaft kandidieren wird. Auch am Ausgang der Wahl haben die Demoskopen kaum Zweifel. Sarkozy liegt deutlich hinter seinem sozialistischen Herausforderer François Hollande. Spannend wird die Wahl daher wohl vor allem für Angela Merkel. In Frankreich wird es einen klassischen Links-rechts-Wahlkampf zu besichtigen geben: Wachstumsanreize gegen preußisches Sparen, Reichensteuer gegen Arbeitsmarktliberalisierung, die offene Gesellschaft gegen Ehe und Familie, und vor allem: das Volk gegen das Geld. Das lässt sich nicht direkt auf Deutschland übertragen, doch je nachdem, wie stark Grüne und SPD 2013 sind, könnte es auch in Deutschland einen Lagerwahlkampf geben, in dessen Mittelpunkt der Umgang mit der Finanzkrise steht. Zumindest die Kanzlerin dürfte den Schlagabtausch in Frankreich also ganz genau verfolgen. as

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