Sarkozy will Industrien verstaatlichen : Gesäßgeografie

Oskar Lafontaine? Hugo Chavez? Nein, es ist unser französischer Nachbar Sarkozy, der von der Europäischen Zentralbank eine andere Geldpolitik fordert und eine Teilverstaatlichung von Europas Schlüsselindustrien ...

Stephan-Andreas Casdorff

Nicht zu fassen. Eine EU-Wirtschaftsregierung, eine andere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, eine Teilverstaatlichung von Schlüsselindustrien – das alles fordert aktuell, nein, nicht der Linke Oskar Lafontaine (der hat das schon 2005 gefordert), sondern Nicolas Sarkozy. Der wiederum ist konservativer französischer Staatspräsident und gegenwärtig Ratspräsident der EU. Ja, nun haben auch die Franzosen das schon länger im Repertoire. Aber diese Auflösung der Ideologien ist frappant. Jetzt klingen sie alle brüderlich und gleich, Sarkozy, Lafontaine – und Hugo Chavez in Venezuela. Linke Gaullisten, nationale Linke, rinks, lechts, jetzt ist wirklich alles „Gesäßgeografie“, wie Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler so schön gesagt hat. Der ist inzwischen auch  … ja, was? Man weiß es nicht mehr. Schon Konrad Adenauer wünschte sich eine andere Geldpolitik, Geld-Politik, eine für mehr Einfluss der Politik auf die Bundesbank damals, damit die nicht den Finanzkurs der Regierung einfach unsanktioniert unterlaufen konnte. Ein Linker? Damals klappte es nicht. Heute? Ja, da lacht der Lafontaine. Und im Kanzleramt sitzt Angela Merkel und schaut zu, wie Sarkozy vormacht, was eine EU-Ratspräsidentschaft ist.

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