Sarkozys Privatleben : Boulevard und Bestechung

Den an Geschmacklosigkeit grenzenden Hang zu Luxus und Glamour und erst recht den Flirt mit einem Ex-Topmodel würden die meisten Franzosen ihrem Präsidenten ja gönnen. Mehr als peinlich ist es aber, dass Nicolas Sarkozy sich für einige Honeymoon-Tage am Nil wieder vom Milliardär Vincent Bolloré sponsern lässt.

Rudolf Balmer

 Dieser hatte ihm im Mai schon die Siegesfeier im Nobelrestaurant „Fouquet’s“ bezahlt und ihm dann beim Abstecher nach Malta seine Luxusjacht geliehen. Trotz der heftigen Kritik, die diese generösen Gesten damals auslösten, hat Sarkozy jetzt für die Ägyptenreise mit Carla Bruni und einem Dutzend Familienmitgliedern von Bolloré einen Falcon-Privatjet akzeptiert. Gerade so, als könnte sich der Präsident trotz 170-prozentiger „Lohnerhöhung“ keine standesgemäßen Ferien leisten! Nach diesen Fauxpas in Serie entsteht sogar Bestechungsverdacht. Denn der einflussreiche Werbungs- und Medienunternehmer Bolloré, der auch die größte Fernsehgruppe TF1 unter seine Kontrolle bringen möchte, ist nur darum so reich, weil er gut zu investieren versteht. Ein Staatspräsident als Investitionsobjekt? Das schockiert in Frankreich. rba

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben