Meinung : Sarrazins Provokation hat geholfen

Zur Debatte über Thilo Sarrazin

Dass Herr Sarrazin seinen Posten bei der Bundesbank nun freiwillig räumt, ist ihm hoch anzurechnen. Er zeigt damit eine Größe, die ihm nicht unbedingt zuzutrauen war. Diesbezüglich können andere Politiker nur von ihm lernen!

Renate Kappe, Berlin-Friedrichshain

Im Zusammenhang mit der Diskussion um Thilo Sarrazin möchte ich ein Zitat vom Schriftsteller und Philosophen Voltaire in Erinnerung rufen: „Ich lehne die Meinung des anderen zutiefst ab und hasse sie, aber ich setze mich immer dafür ein, dass dieser sie äussern dürfe.“

Siegfried Müller,

Berlin-Konradshöhe

Sind wir schon wieder so weit, dass eine private Meinung mit Parteiausschluss und Berufsverbot geahndet werden soll?

Vor über 40 Jahren haben wir uns in größerem Umfang Hilfsarbeiter ins Land geholt – wir brauchten sie – und haben uns nicht um Integration und Ausbildung bemüht. Wer nicht selbst die Initiative ergriff, blieb auf der Strecke. Seither kennen Politik und Gesellschaft das Problem, betonen die Wichtigkeit und haben kaum halbherzig etwas zur Beseitigung getan.

Nun kommt jemand, der das desaströse Thema wieder anspricht, zugegeben in unpassender und auch biologisch (Gen) falscher Ausdrucksweise, aber inhaltlich von den meisten Menschen und auch islamischen Institutionen bestätigt, und das Geschrei ist groß. Inzwischen so groß, dass nun vielleicht endlich mal erfolgversprechende Maßnahmen ergriffen werden. Anscheinend hilft bei uns nur noch Provokation.

Dr. Ursula Giesen-Weber,

Berlin-Schmargendorf

Es ist mir unverständlich, wie mit so einem intelligenten Menschen, der wohl weiß, worüber er spricht, umgegangen wird. Warum bindet man ihn nicht ein statt ihn auszugrenzen und möglichst noch des Landes zu verweisen? Die angesprochenen Themen gehören auf höchster Regierungsebene diskutiert (und zwar mit ihm). Wenn andere Politiker fordern, Herrn Sarrazin aller Ämter zu berauben kann man wohl deren Demokratieverständnis und deren Realitätswahrnehmung in Zweifel ziehen.

Ralf Fäckenstedt,

Berlin-Wilmersdorf

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