Saudi-Arabien und Al Qaida : Klammheimlich

Armes Saudi-Arabien – dem Himmel so fern, dem Jemen so nah. So spottet man gerne in Riad, wenn das Gespräch auf den armen, chaotischen Nachbarn im Süden der Arabischen Halbinsel kommt. Trotzdem sah es die letzten vier Jahre so aus, als ob die saudischen Sicherheitskräfte mit der Terrorgefahr im eigenen Land fertig geworden seien. Die Kommandospitze der Anhänger Osama bin Ladens war verhaftet oder erschossen. Im Eiltempo hatte die Regierung fünf Spezialgefängnisse für Terrorverdächtige hochziehen lassen. Millionen wurden in ein Rehabilitationsprogramm gesteckt, das als Pionierprojekt Lob und Anerkennung aus der ganzen Welt erfährt. Trotzdem ist die Gefahr nicht gebannt – und wird auch in nächster Zeit nicht geringer werden. Das zeigen die 101 Verhaftungen vom Mittwoch, das beweist der Hosenbomber von Detroit und das belegt die Entwicklung in Pakistan und Afghanistan. Zudem bleibt die Grenze zum Jemen ebenso unkontrollierbar, wie die Bargeldströme, die aus dem Pilgerziel Saudi-Arabien in die Kassen der Gotteskrieger fließen. Die Mehrheit der saudischen Bevölkerung fühlt sich zwar inzwischen vom Terror der Al-Qaida-Fanatiker angewidert. Doch immer noch hegt eine Minderheit – darunter auch muslimische Kleriker – heimliche Sympathie. MG

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben