Sauerland : Das kalte Herz

Adolf Sauerland. Ist der Mann kaltschnäuzig. Kaltherzig. Der Bundespräsident legt dem Duisburger OB den Rücktritt nahe, die Ministerpräsidentin tut es, und die Duisburger stimmen zu Tausenden mit den Füßen gegen ihn ab – er aber bleibt. Und bleibt. Was Sauerland verlautbaren lässt (er selbst zeigt sich ja nicht mehr), ist eine Frechheit: dass er sich einem Abwahlverfahren selbstverständlich stellen werde. Soll das ein Trost sein? Oder ein Zeichen von demokratischem Bewusstsein? Unsinn. Was denn sonst, er muss sich dem stellen, selbstverständlich, er kann doch gar nicht anders. Nur wenn er abhauen würde, könnte er sich einem Abwahlverfahren entziehen. Und das auch nur physisch. Dieser Politiker hat keinen Respekt mehr verdient. Als ob es ihm um die Aufklärung und nur darum ginge. Das glaubt doch keiner mehr. Ihm geht es nicht zuletzt um seine Altersbezüge. Also lässt er die Bürokratie für sich arbeiten. So oder so: Die Sache ist noch nicht zu Ende. Bis die Umstände, die zur Katastrophe führten, zu den Toten und Verletzten auf der Loveparade, alle wirklich aufgeklärt sind, werden noch Wochen vergehen. Hoffentlich quälen diese Wochen Sauerland – und die anderen Schuldigen, die im Rat der Stadt – mindestens so, wie sie die trauernden Familien und Angehörigen quälen werden. cas

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