Meinung : Schaden an der Wohltätigkeit

„Charité – Operation Fehlerkultur“

vom 26. November

Es ist richtig, dass es auch dem außerordentlichen Engagement des Vorstandsvorsitzenden der Charité, Herrn Professor Einhäupl, zu verdanken ist, dass die Charité heute im nationalen und internationalen Vergleich in der Krankenversorgung sowie in Forschung und Lehre eine herausragende Position einnimmt.

Ärgerlich ist jedoch, wenn selbst Leitende Redakteure eines renommierten Presseorgans untergründige Stimmungen populistisch bedienen sowie bekannte Fakten und tatsächliche Verantwortlichkeiten ignorieren.

So bleibt daher festzustellen:

Die qualifizierte Abklärung einer Infektionsquelle und ebenso die eines möglichen Missbrauchsfalls bedürfen einer auch zeitlich aufwendigen Untersuchung. Die vorzeitige und damit inhaltsarme Presseinformation klärt nicht auf, sondern schadet durch Verunsicherung der Bürger. Das Vertrauen Hilfe suchender Menschen in eine optimale Krankenversorgung basiert nicht auf tröpfelnd nachfließenden Halbwahrheiten, sondern auf der fachgerechten Aussage zum schnellstmöglichen Zeitpunkt.

Kommunikations- und Verantwortungsstrukturen innerhalb der Charité sind gesetzlich klar geregelt. Insbesondere in dem zu klärenden Missbrauchsfall lag das Kommunikationsdefizit nicht beim Vorstandsvorsitzenden. Dieser ist gemäß gesetzlichem Auftrag primär für die übergeordneten Belange der Charité und ihrer Strukturentwicklung zuständig. Nicht wahrgenommene Berichtspflichten der tatsächlich Verantwortlichen sollten dagegen geklärt und geahndet werden, da diese zweifelsfrei der Charité Schaden zufügen.

Prof. Dr. med. Eckart Köttgen,

ehem. Vorstandsvorsitzender der Charité,

Berlin-Westend

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