Meinung : Schau heimwärts, Genosse

SCHOLZ UND GYSIS BUCH

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Wenn Olaf Scholz sich Hoffnungen darauf machen sollte, Erster Bürgermeister in Hamburg zu werden, dann stellt er es jetzt gerade ungeschickt an. Scholz will das neueste Buch von Gregor Gysi vorstellen, und wahrscheinlich findet er das ziemlich schlau. So nach dem Motto: Ich hänge mich an Gysis Popularität an, und der SPD hilft es außerdem, weil sie keine Berührungsangst zeigt, sondern offen wirkt für alte Genossen. Das wäre in diesem Fall aber genau falsch. In Hamburg gibt es für eine Umarmungsstrategie keine Sympathie, dazu ist die SPD in der Hansestadt zu konservativ und zu westlich geprägt. Und Werbung für Gysi haucht einer Partei, die siecht (PDS), nur unnötig neues Leben ein. Ein Letztes: Ausgerechnet vom SPDGeneralsekretär wird der frühere PDS-Spitzenkandidat, der bei Wahlen sozialdemokratische Stimmen einfing, wieder groß gemacht. Alles das kratzt an der politischen Autorität von Scholz, in seiner Heimat wie in der Bundespartei. Noch dazu ist er durch seine Funktion in Berlin immer stärker gebunden. Da kommt Ex-Bürgermeister Henning Voscherau gerade recht. Er stellt es bei seiner Rückkehr geschickt an, er will von der SPD gerufen werden. Und das wird Voscherau, wenn es so weitergeht. Am Ende auch von Scholz. cas

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