Scherzopfer Andrea Ypsilanti : Franz, das geht nicht!

Hessens SPD-Chefin Andrea Ypsilanti wurde von einem Müntefering-Imitator gefoppt. Doch peinlich war nur der Scherz.

Wenn Politiker reden, wähnt man sich oft als Opfer bei „Verstehen Sie Spaß?“ Allein deshalb ist bei vielen die Schadenfreude groß, wenn es einen Politiker tatsächlich erwischt. Peinlich, peinlich, heißt es dann, und peinlich, peinlich war auch der allgemeine Tenor, als sich dieser Tage Andrea Ypsilanti von einem mittelmäßig begabten Müntefering-Imitator eines Radiosenders foppen ließ. Zwar verzichtete der Sender darauf, das Gespräch zu veröffentlichen, aber selbstverständlich fand die Aufnahme den Weg zu Youtube. Dort ist jetzt, allen SPD-Anwälten zum Trotz, schön zu hören, wie sich die Ministerpräsidentin im Wartestand mit dem vermeintlichen Parteichef im Wartestand über undisziplinierte Jusos, lästige Linke und heillose Generalsekretäre unterhält. Peinlich ist das schon – aber nicht für Ypsilanti. Die schlägt sich ziemlich wacker, sagt nichts, was man nicht ohnehin von ihr weiß, und lässt sich auch nicht dazu hinreißen, mit einem Jobangebot des falschen Münte zu spielen – „Nein Franz, das geht nicht!“. Ypsilanti hätte die Größe haben sollen, das einfach laufen zu lassen, der einzige Widerspruch zu ihrer ansonsten gelungenen Haltung. Peinlich sind nur solche Scherze. lom

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