Schiefergas-Gesetz : Druck aus der Tiefe

Früher oder später bedarf es einer klaren Regelung für das sogenannte Fracking. Doch der jetzige Zeitpunkt kann der Regierung nicht passen.

Kevin P. Hoffmann
Foto: dpa

Es ist politischer Selbstmord aus Angst vor dem Tod. Anders kann man es sich nicht erklären, warum die Energiefachleute der Fraktionen von Union und FDP auf eine schnelle gesetzliche Regelung für die umstrittene Fracking-Technologie drängen. Sie steht für das Sprengen tiefer Schiefergesteinsschichten mithilfe eines Wasser-Chemikalien-Cocktails, um an bisher nicht erreichbare Erdgasvorkommen zu gelangen. Ja, früher oder später bedarf es einer klaren Regelung und es ist auch absolut vernünftig, die Chancen und Risiken im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens öffentlich zu diskutieren. Nur, Wahlen kann man damit nur verlieren. Ein Politiker, der für Fracking – und sei es nur unter noch so harten Auflagen – stimmt, könnte genauso gut für Tempo 60 auf Autobahnen, eine Verdreichfachung der Hundesteuer oder einen erneuten Ausstieg vom Atomausstieg kämpfen. Auch dafür gäbe es jeweils sehr gute Gründe. Doch das macht niemand, weil es hier keinen Druck aus der Wirtschaft gibt. Bei der Schiefergasförderung aber machen Industrieverbände seit Wochen massiv Druck, noch vor der Wahl eine Regelung zu verabschieden. Denn käme Rot-Grün wieder an die Macht, bliebe das Gas weitere vier lange Jahre da, wo es schon die vergangenen Millionen Jahre liegt.

12 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben