Schlecker-Frauen : Schlag ins Gesicht

Gut zwei Monate sind seit der ersten Entlassungswelle bei Schlecker vergangen, und bisher hat nur rund ein Fünftel der 11 200 gekündigten Mitarbeiterinnen einen neuen Job. Das sei „keine Zahl, die beruhigt“, räumte selbst der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, kürzlich ein. Die Bedingungen sind denkbar schlecht: Die Vollzeitstellen zum Tariflohn, die die Mehrzahl der Frauen bei Schlecker hatten, werden sie im Handel nur schwerlich wiederfinden. Das gilt besonders für die Mitarbeiter in den kleinen Ortschaften, in denen Anton Schlecker viele seiner Filialen platziert hatte. Eine Umschulung in gefragte Berufe wie Erzieherin oder Altenpflegerin, wie Ministerin Ursula von der Leyen vorschlägt, ist für die Schlecker-Frauen eine Chance. Schaffen sie die Ausbildung, entgehen sie nicht nur Hartz-IV oder einem 400-Euro-Job, sondern sie sind dann auch Fachkräfte mit echter Zukunftsperspektive. Dass Kritiker wie die Wohlfahrtsverbände nun vor einem Qualitätsverfall in der Kindererziehung und Altenpflege warnen, ist ein Schlag ins Gesicht für die Schlecker-Frauen – und für die vielen Menschen, die dringend Kita- und Pflegeplätze suchen. jmi

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