Schneiderhan vs. Guttenberg : Mut vor Fürstenthronen

Der Bundesverteidigungsminister muss im Fall Kundus wissen: Wer mit dem Finger auf andere zeigt, weist mit vier Fingern derselben Hand auf sich selbst zurück.

Stephan-Andreas Casdorff

Er sollte es wissen, gerade er. Wer anderen die „Kinderstube“ vorhält … Karl-Theodor zu Guttenberg tut das ja gerne mal. Und nun hat er sich in einer Weise verhalten, die an den alten Spruch erinnert: Wer mit dem Finger auf andere zeigt, der sollte wissen, dass vier Finger derselben Hand auf einen selbst zurückweisen. Er hätte den Generalinspekteur in den einstweiligen Ruhestand versetzen können, ohne Angabe von Gründen. Das geht nach dem Gesetz. Aber was er gemacht hat: Zapfenstreich zum Abschied, zur Anerkennung seiner Leistungen, und ihm dann Schlechtes hinterherrufen. Die Eskalation jetzt ist die denkbar schlechteste Lage. Es gibt auch so etwas wie Soldatenehre. Wenn Guttenberg Schneiderhan die Ehre nimmt, dann muss er gute Gründe dafür haben, sehr gute. Abgesehen davon, dass er ihn vorher falsch behandelt hätte – Schneiderhan weiß, wie man angreift und verteidigt. Dass man Mut vor Fürstenthronen haben muss, als Militär, gehört zu deren besseren Traditionen. Übersetzt aufs Heute, in die Zeit des „Staatsbürgers in Uniform“, heißt das: mit Mut zum Minister. Auch zum Eingeständnis der eigenen Fehler. Das hat er getan und entsprechend gehandelt. Demütigen lassen wird er sich nicht. cas

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