Meinung : Schöne bunte Stadt

„Weiterregieren nach dem Sturz“

vom 22. Oktober

Schön, dass die slowakische Stadt Kezmarok Eingang in die hiesige Zeitungswelt gefunden hat. Aber – Kezmarok, die graue Maus? Bitte, wann war der Reporter das letzte Mal in der kleinen Stadt am Fuße der Hohen Tatra?

Seit der Wende bin ich Jahr für Jahr mehrfach in der Slowakei gewesen, anfangs mit meinem Mann, nach seinem Tod allein. Mein Auto, ein eigentlich auffällig lackierter Audi, fällt nur noch auf, weil es eine Berliner Nummer hat und nicht, weil es zwischen alten Skodas aus alter tschechoslowakischer Zeit und einigen koreanischen Kleinwagen herumfährt. Kezmarok ist eine schöne bunte Stadt geworden (das triste Grau ist so gut wie verschwunden). Fragen Sie den deutschen Botschafter, er war im Sommer dort – bei scheußlichem Regenwetter. Es gibt in Kezmarok Mehr-Sterne-

Hotels, gute Restaurants, Pensionen, Privatunterkünfte und nette Geschäfte, auch typische Supermärkte, wie sie hier überall auf der grünen Wiese stehen.

Ja, es gibt hohe Arbeitslosigkeit, Löhne und Renten sind niedrig. Es gibt viele Roma, deren Integration in einem nicht reichen Land schwierig ist. Aber die Bemühungen sind unübersehbar. Die Stadt selbst, ja die ganze Slowakei, ist ein Juwel und ein landschaftliches Schmuckkästchen. Ein Besuch lohnt sich zu jeder Jahreszeit.

K. Schütz-Schmidt, Berlin-Schöneberg

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