Meinung : Schröder in Österreich: Blamage? Welche Blamage?

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Viel war von Skandal die Rede, das Wort Blamage ging ganz locker von den Lippen. Was ist passiert? Hat Bundeskanzler Schröder in Wien Nationalheiligtümer geschändet, sich über die Sacher-Torte lustig gemacht, gar das Wörtchen "Faröer-Inseln" erwähnt und an einen Tiefpunkt der östereichischen Nachkriegsgeschichte erinnert? Nichts davon. Er ist nach Wien gefahren, wird dem SPÖ-Genossen Gusenbauer geraten haben, sich mal im Fußballstadion blicken zu lassen, denn das mag das Wahlvolk. Dann hat er mit ÖVP-Kanzler Schüssel festgestellt, dass man in allen wichtigen Fragen sowieso einer Meinung ist. Wo ist das Problem? Was hätte Schröder tun sollen? Sich stundenlang anhören, dass Österreich die nächsten Jahrhunderte schmollen wird, weil ein paar Staatssekretäre ein paar Monate lang beim Fototermin in Brüssel oder Straßburg nicht dabei sein durften? Sich mit FPÖ-Politgrößen zu einem interessanten Gedankenaustausch treffen? Jörg Haider herzen? Schröder hat gesagt, er halte die Sanktionen gegen Wien wegen der FPÖ-Regierungsbeteiligung noch immer für richtig. Ein bemerkenswerter Satz. Denn Grundsätze sind nicht gerade Schröders starke Seite. Um so besser, wenn er sich traut, doch mal welche zu haben.

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