Meinung : Schröders Million

-

Der Schock saß tief, als Anfang 2005 die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland auf über fünf Millionen stieg. Wer die Schuld an der Misere am Arbeitsmarkt trug, war damals schnell ausgemacht: die damalige rot-grüne Bundesregierung mit ihren erfolglosen Hartz-Arbeitsmarktreformen. Gut anderthalb Jahre später sieht das Bild ganz anders aus. Die Politik und die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit können endlich wieder erfreuliche Nachrichten verkünden. Die Arbeitslosenmarke liegt Anfang November 2006 knapp über der Vier-Millionen-Grenze, die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs steigt. Und BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise rechnet damit, dass seine Behörde in diesem Jahr einen Überschuss von rund zehn Milliarden Euro erwirtschaftet – eine Sensation. Für den Aufschwung am Arbeitsmarkt ist zu einem guten Teil die positive Konjunktur verantwortlich. Aber die aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt zeigen auch, dass die Hartz-Reformen deutlich besser als ihr Ruf sind. Es hat sich ausgezahlt, dass die Arbeitsagenturen vor Ort sich miteinander vergleichen müssen: Arbeitslose werden schneller vermittelt. Anlass zur Hoffnung gibt, dass die Herbstbelebung auch bei den Langzeitarbeitslosen ankommt, die es besonders schwer haben, wieder am Arbeitsmarkt Tritt zu fassen. Auch wenn der Rückgang bei den Arbeitslosengeld-II-Empfängern um 88 000 längst nicht zufriedenstellend ist – ein Anfang ist gemacht. ce

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben