Schrottimmobilien-Affäre : Politik mit Werbung

Viele in der Berliner CDU sehen in der Kritik an Ex-Senator Michael Braun eine Kampagne. Sein Nachfolger jedoch zieht jetzt andere Konsequenzen aus dem Fall.

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Es gibt in der Krisenkommunikation einige Kardinalfehler, die vermeiden sollte, wer den Ruf des eigenen Unternehmens oder der eigenen Partei in schwierigen Zeiten retten will. Die schlimmsten: Leugnen von Fakten, Verantwortung ablehnen, Folgen relativieren, Kritik abwehren. All dies haben die CDU und in Teilen auch der Koalitionspartner SPD in der Immobilienaffäre um den Kurzzeit-Senator Michael Braun getan. Bis heute gibt es in der Berliner Union nicht wenige, die die Kritik an der Rolle ihres Senators beim Verkauf von Schrottimmobilien an Gutgläubige für eine Kampagne halten oder gar von Rufmord sprechen, wenn die Opposition den Finger in die Wunde legt. Brauns Nachfolger Thomas Heilmann versteht als Werbeprofi mehr von Krisenkommunikation als viele seiner Parteifreunde. So verwundert es nicht, dass er als erste Handlung im Amt des Justiz- und Verbraucherschutzsenators den Schutz vor Immobilienbetrügern verbessern will. Natürlich ist das auch ein symbolischer Akt, Imagepflege für die CDU wie auch für den neuen Senator. Aber es ist vor allem der Versuch, endlich die richtigen Schlüsse aus der Affäre zu ziehen. Besser spät als nie. lvt

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