Meinung : Schule der Diktatoren

PAKISTANS STAATSCHEF SICHERT SICH VOLLMACHTEN

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Die westlichen Demokratien müssten jetzt aufschreien: Pakistans Staatschef Musharraf ändert die Verfassung, ohne das Parlament zu fragen, er sichert sich und dem Militär fast diktatorische Rechte zu Lasten der Demokratie. Doch der Protest des Westens bleibt aus. Nicht nur aus Dank für die Unterstützung im Kampf gegen den Terror. Demokraten lieben die Demokratie – noch mehr aber lieben sie mitunter die Stabilität. Und daraus darf man ihnen nicht einmal einen Vorwurf machen. Es gibt keine pauschal richtige Antwort auf die Frage, was vorzuziehen ist: die Demokratisierung autoritärer Staaten mit dem Risiko, dass dort Islamisten an die Macht gelangen – oder ein Diktator, der die gewaltbereiten Extremisten in Schach hält? Dort, wo die Islamisten gemäßigt sind und im Zweifel pragmatisch werden, sobald sie Verantwortung tragen, ist das womöglich der einzige Weg vom Militärregime zur Demokratie. In Algerien wäre es den Versuch wert. Im Iran sind die Mullahs selbst 24 Jahre nach dem Umsturz noch nicht zu Demokraten geworden, haben das Volk aber auch nicht in Kriege gegen Andersgläubige gehetzt. Pakistan hat Atomwaffen und steht am Rande eines Krieges mit Indien. Die Muslim-Extremisten schüren die Spannungen. Es muss verhindert werden, dass sie Macht gewinnen. Mit – fast – allen Mitteln. cvm

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