Meinung : Schulpolitik: Halber Ausfall, doppelter Gewinn

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Oft genug ist Klaus Böger in den vergangenen eineinhalb Jahren gescholten worden: Er war im April 2000 der Prügelknabe bei den Streiks der Lehrer gegen die Stundenerhöhung und Buhmann auf den Demonstrationen der Elterninitiative gegen Unterrichtsausfall. In der Großen Koalition ist er fast nur als der große Bittsteller für mehr Mittel und mehr Lehrkräfte aufgefallen. Da sei Klaus Böger die Genugtuung über den nahezu halbierten Unterrichtsausfall nun wirklich gegönnt - auch wenn unter den Beteiligten gestritten wird, was die Ursache für dieses kleine Wunder ist. Ob es nun daran liegt, dass der sozialdemokratische Senator die Schulen erfolgreich unter Druck gesetzt hat, energischer als früher Vertretungen für kurzfristig erkrankte Kollegen zu organisieren, oder ob es allein an den Neueinstellungen liegt, wie die Gewerkschaft behauptet. Ob nun der Druck von oben oder die erfüllten Wünsche von unten der Grund waren, das ist den Eltern erst einmal egal. Für die ist nur wichtig, dass ihre Kinder den Unterricht bekommen, auf den sie Anspruch haben und den sie brauchen. Und das wäre ohne 1300 wiederbesetzte Stellen von ausscheidenden Pädagogen und ohne 500 zusätzliche Vertretungen für dauerkranke Pädagogen nicht gelungen. Bildung kostet eben Geld. Auch wenn Berlin eine leere Kasse hat - wer in Köpfe investieren will und eine "Stadt des Wissens" sein möchte, muss die notwendigen Mittel bereitstellen. Dass das so fulminant funktioniert, ist eine gute Nachricht, so kurz vor den Ferien.

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