Schwarz-Grüne Möglichkeiten : Henkel und die trüben Tassen

Wie Berlins CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel vielleicht doch noch Regierender Bürgermeister werden kann und welche Rolle die Grünen dabei spielen.

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Damit sich was ändert, braucht Frank Henkel vielleicht die Unterstützung von Renate Künast und ihren Grünen.
Damit sich was ändert, braucht Frank Henkel vielleicht die Unterstützung von Renate Künast und ihren Grünen.Foto: dpa

So kann’s gehen. Vor einem Jahr hatten die Grünen in Berlin bei Umfragen die SPD überholt, sie waren mit 27 zu 26 in Führung gegangen, und Renate Künast lag in der Wählergunst gleichauf mit Klaus Wowereit. Die Frage schien nur noch zu sein, wer von beiden in einer Koalition mit dem anderen das Amt des Regierenden bekommt, ein Duell, sonst nichts. Rot-Rot war tot, ebenso die CDU, und die FDP ja sowieso.

Heute ist fast alles anders: Wowereit tänzelt schon auf der Ziellinie vor dem Rathaus herum, und  Künast hechelt abgeschlagen auf halber Strecke liegend reumütig den Bundestag an. Rot-Rot erhebt sich zombiehaft aus den Nebeln der politischen Sumpfgebiete, gelobt von Wowereit, der auch diese Chance zur Demütigung der Grünen nutzt.

Denen ist inzwischen sogar die CDU auf den Fersen, ein Prozentpünktchen trennt beide noch, es ist für sie ein Duell um Platz 2 geworden – aber eines verbindet sie auch, immer fester: der Wunsch, es Wowereit mal so richtig zu zeigen.

So klein der Vorsprung der Grünen vor Frank Henkels CDU ist, so klein ist der Vorsprung von Rot-Rot vor Grün-Schwarz. Vielleicht wird sogar noch ein Vorsprung von Schwarz-Grün daraus. Die Grünen könnten dann als geschlagene Dritte brav an Wowereits Katzentür kratzen – oder Henkel zum Regierenden Bürgermeister wählen und fast gleichstark mitregieren. Auch so kann’s gehen.

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