Schweinegrippe : Impfen muss drin sein

Die Krankenkassen sehen in der Schweinegrippe eine Gelegenheit, wieder mal die Beiträge zu heben. Dafür gibt es keinen guten Grund

Rainer Woratschka

Es ist kein Geheimnis, dass manchen Krankenkassenchef die Angst umtreibt – nicht vor der Schweinegrippe, sondern vor dem Offenbarungseid im Wettbewerb mit den anderen. Wer als erster Zusatzbeiträge verlangen muss, hat verloren. Und Zusatzbeiträge muss verlangen, wer mit seinen Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommt. Die Kosten steigen, für manche Kasse wird es immer knapper. Da kommen das Virus und die dazugehörige Impfung gerade recht: Damit lässt sich Geldbedarf wieder ordentlich begründen. Und wenn sich der Finanzminister nicht erweichen lässt, hat man ein Argument, um den Beitragszahler stärker zur Kasse zu bitten. In Wahrheit aber belaufen sich die geschätzten Zusatzkosten für die Impfaktion auf ein halbes Prozent der Jahresausgaben. Die Kassen sparen sich die normale Grippeimpfung sowie, falls alles funktioniert, auch weit höhere Behandlungskosten. Und der Steuerzahler steht inzwischen für Beitragsausfälle gerade, die in der Krise ein Vielfaches der Impfzusatzkosten betragen dürften. Die Kassen haben immer auf eine starke und eigenständige Rolle gepocht. Sie sollten ihrer Verantwortung nun auch gerecht werden. raw

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