Schweinegrippe-Impfung : Ein Pieks für fünf Euro

Geht es den Berliner Kassenärzten ums Geld oder um den Menschen? Die Kassenärztliche Vereinigung der Stadt erweckt den Eindruck, als ob Ersteres Vorrang hat. Sie hat beschlossen, den Senat auflaufen zu lassen und die Schweinegrippe-Impfung zu boykottieren.

Weil sie statt sonst 7,10 Euro nur fünf Euro bekommen, sollen die niedergelassenen Ärzte die Impfung verweigern. Natürlich steckt Kalkül hinter dem Boykott. Die Kassenärztliche Vereinigung weiß, dass sie sich dieses Verhalten leisten kann. Der Wirbel um die angeblich riskanteren Impfverstärker und die mutmaßliche Bevorzugung der Bundesregierung durch einen verstärkerfreien Impfstoff haben die Bevölkerung verunsichert und die Impfbereitschaft weiter gesenkt. Mit ihrem Poker um das Impfhonorar verstärkt die Kassenärztliche Vereinigung den Eindruck, als ob die Impfung entbehrlich ist: Wenn schon impfen, dann bitte zum vollen Preis. Die Frage ist, wie weit sich der Senat auf dieses Spiel einlässt. Denn am Ende muss er sich mit den Ärztefunktionären einigen, im Interesse der Bevölkerung. Die Politik wird sich nicht allein auf jene Ärzte verlassen können, die impfen, obwohl sie für den Pieks nur fünf Euro bekommen. Aber gut zu wissen, dass es sie gibt. wez

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