Schweinegrippe : Mit Sorge infiziert

Impfen oder nicht? Die Debatte über die Immunisierung gegen die Schweinegrippe verwirrt nur noch. Doch das kleinere Übel ist die Impfung allemal.

Hartmut Wewetzer

Noch ist es nur ein Plätschern. Grippeexperten – nicht selbst ernannte, sondern echte – wollen aus ihm jedoch schon das bedrohliche Grummeln heraushören, das die Schweinegrippe-Welle ankündigt. Die Zahl der Infektionen in Deutschland steigt erheblich an, angesichts der Jahreszeit und der in Schüben verlaufenden Ausbreitung war das zu erwarten. Wie bedrohlich die Epidemie tatsächlich wird, kann niemand sagen. Möglich, dass die Welle rasch abebbt. Möglich, dass sie bedrohliche Ausmaße annimmt, das Virus gefährlicher wird. Völligen Schutz gibt es nicht. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte aber eine Impfung erwägen, trotz der verwirrenden und verworrenen Diskussion um die Impfstoffverstärker. Die erhöhen zwar in gewissem Maß die unangenehmen Begleiterscheinungen einer Impfung wie Rötung und Schmerzen an der Einstichstelle, aber das könnte am Ende das kleinere Übel sein. In den USA, wo ohne Verstärker geimpft wird, mangelt es bereits an Impfstoff, weil erheblich mehr kostbares Antigen pro Impfdosis benötigt wird. Gut möglich also, dass Europa mit seiner Entscheidung für „verstärkte“ Impfstoffe richtig gelegen hat.

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